Ergebnis der Kontrollen: Mehr als 500 überwinternde Fledermäuse im Landkreis Fulda

Mitteilung des Landkreises Fulda

Pünktlich zur Öffnung des Milseburgtunnels für Radfahrerinnen und Radfahrer hat die Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda die Zählergebnisse der jährlichen Fledermaus-Winterkontrollen bekannt gegeben.

Ein schönes Ergebnis: Der positive Aufwärtstrend bei der Mopsfledermaus setzt sich fort. Bei anderen Arten besteht allerdings Grund zur Sorge.

Alle unsere heimischen Fledermäuse sind nach dem Naturschutzrecht besonders geschützt und stehen auf der Roten Liste der Säugetiere Hessens. Im Landkreis Fulda setzen sich zahlreiche Engagierte für den Schutz der Fledermäuse ein.

Bereits seit 25 Jahren werden im Landkreis die Überwinterungszahlen der heimischen Arten in den Felsenkellern, Bergwerksstollen, alten Bunkern und Wasserbehältern sowie im Milseburgtunnel, der über den Winter für den Radverkehr gesperrt ist, systematisch erfasst.

Die Kontrolle der Winterquartiere erfolgt durch Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda e.V. in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V., dem NABU, örtlichen Naturschützern, Grundstückseigentümern, den Forstämtern Hofbieber und Fulda, der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde sowie der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Stefan Zaenker, Vorsitzender der Arge Fledermausschutz Fulda, der die Winterkontrollen seit Jahren organisiert, zeigt sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen.

„Im Landkreis Fulda sind 18 Fledermausarten bekannt, davon nutzen 12 Fledermausarten die 45 kontrollierten Untertagequartiere, um dort die kalte Jahreszeit zu verbringen“, berichtet der engagierte Fledermausschützer.

Im vergangenen Winter konnten erstmals mehr als 500 Tiere in den Quartieren gezählt werden. Die größten Quartiere sind der Milseburgtunnel mit 98 überwinternden Fledermäusen und der Waidestunnel im Fuldaer Schlossgarten mit 76 Tieren.

Im Landkreis Fulda ist speziell die Mopsfledermaus im Aufwind. Diese konnte erstmals mit 3 Tieren im Gieseler Forst nachgewiesen werden und hat sich im Milseburgtunnel (47 Tiere) sowie im Waidestunnel (66 Tiere) fest etabliert.

Mit 137 gezählten Mopsfledermäusen im Landkreis Fulda macht die Art inzwischen fast 28 Prozent der überwinternden Fledermäuse aus.

Neben der Mopsfledermaus nutzen folgende Arten die Untertagequartiere im Landkreis als Überwinterungsquartier: Kleine Bartfledermaus, Große Bartfledermaus, Bechsteinfledermaus, Braunes Langohr, Graues Langohr, Breitflügelfledermaus, Fransenfledermaus, Großes Mausohr, Nordfledermaus, Wasserfledermaus, Zwergfledermaus.

Bei ihnen sieht Experte Stefan Zaenker Grund zur Sorge. Während die Mopsfledermaus in den Sommerquartieren offensichtlich vom größeren Nahrungs- und Quartierangebot aufgrund des Fichtensterbens profitiert, sind viele andere Arten vor allem durch menschliche Eingriffe gefährdet.

Ein negativer Faktor ist hier beispielsweise der Quartierverlust an Häusern durch Energiesparmaßnahmen, aber auch die Intensivierung der Landwirtschaft und die Errichtung von Windkraftanlagen in Wäldern spielen hier eine entscheidende Rolle.

Ausführliche Infos rund um den Fledermausschutz im Landkreis Fulda finden Interessierte auf www.fledermausschutz-fulda.de.